
Kurioses
Kurioses ist das Geflecht der Ausnahmen: die Stellen, an denen das Muster reißt und etwas anderes auftaucht. Muster und Zufälle scheinen Gegensätze zu sein, sind aber eng verwandt – denn ein Muster ist im Grunde nur ein Zufall, der sich wiederholt hat, und ein Zufall ist ein Muster, das man noch nicht erkannt hat. Genau diese Grenze ist der Stoff, aus dem dieser Strang gemacht ist.
Zwei Fäden verfolge ich hier: Muster, die überall auftauchen sammelt Beispiele für wiederkehrende Strukturen – vom Goldenen Schnitt in Gesichtern bis zu Fraktalen in Küstenlinien und Blättern. Zufälle, die keiner war erzählt von sogenannten Serendipitäten: Entdeckungen, die auf den ersten Blick wie Glück aussehen, bei genauerem Hinsehen aber das Ergebnis eines vorbereiteten, aufmerksamen Blicks sind.
Beide Texte haben eine gemeinsame Pointe: Nichts ist wirklich zufällig, und nichts ist wirklich isoliert. Jedes Ereignis hängt an Fäden, die woanders befestigt sind – manchmal sichtbar, manchmal erst im Nachhinein erkennbar. Wer das im Hinterkopf behält, liest die Welt anders: nicht als Ansammlung einzelner Dinge, sondern als Geflecht, in dem jedes Teil mit jedem anderen über kurz oder lang verbunden ist.